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Residenzschloss Dresden
Grünes Gewölbe
Taschenberg 2
D-01067 Dresden
Kartentelefon
+49(0)351/49 14 2000
| Titel | Historisches Grünes Gewölbe |
|---|---|
| Thema | Die Schatzkammer Augusts des Starken |
| Architekt | Daniel Pöppelmann |
| Eröffnung | 15. September 2006 |
| Öffnungszeiten | Mi-Mo 10-19 Uhr |
| Preis | 12 Euro Euro (nur Vorverkauf!) |
| Katalog | »Die barocke Schatzkammer. Das Grüne Gewölbe zu Dresden«, Deutscher Kunstverlag, München und Berlin |
| Preis Katalog | 24,90 Euro |
Inhalt
Schatzkammer
61 Jahre nach seiner Zerstörung ist in Dresden am 01. September das berühmte »Grüne Gewölbe« wiedereröffnet worden. Die restaurierte Schatzkammer im Erdgeschoss des Westflügels des Dresdner Schlosses umfasst acht prunkvolle Säle, darunter das Bernsteinkabinett, das Weißsilberzimmer, der Pretiosensaal und das Juwelenzimmer. Insgesamt sind mehr als 3000 Ausstellungsstücke in dem barocken Prunkbau zu bestaunen, mit dem August der Starke zwischen 1723 und 1730 seine Vision vom barocken Gesamtkunstwerk als Ausdruck von Reichtum und absolutistischer Macht realisierte.
Besonderheit
Besucheransturm
Seit am 08. September 2004 das »Neue Grüne Gewölbe« im Westflügel des Dresdner Schlosses fast 1100 Exponate aus dem Werkbestand der bedeutenden Sammlung präsentiert werden, haben bereits mehr als eine Million Besucher den Rundgang durch die zehn Räume angetreten. Und auch für die nun eröffnete originale Schatzkammer Augusts des Starken sind bereits 40.000 Besucher-Tickets vorbestellt. Einem allzu großen Touristenansturm sind jedoch Grenzen gesetzt. Die Zahl der Besucher ist auf 100 pro Stunde limitiert, um die Kunstwerke vor einer zu großen Belastung zu schützen.
Kritikenspiegel
Die Wiederkehr eines Weltwunders
Regelrecht verzückt reagiert das Feuilleton auf die Wiedereröffnung des »Grünen Gewölbes« in Dresden. Gottfried Knapp (SZ) zeigt sich begeistert: »Es klingt ein wenig aufschneiderisch, wenn man behauptet, dass Deutschland in diesen Tagen eines seiner Weltwunder zurückerhält. Doch anders kann man das Ereignis, das in Dresden zu feiern ist, kaum charakterisieren. Kein Bauwerk, kein Museum in Deutschland ist seinen konkurrierenden Mitbewerbern auf internationaler Ebene so deutlich überlegen.« Sowohl die ausgestellten Kunstwerke als auch das Gebäude selbst ließen »alle anderen kaiserlich-königlich-fürstlichen Kunst- und Wunderkammern dieser Erde zumindest partiell arm aussehen«. Ebenso enthusiastisch ist Emanuel Eckardt (Die Zeit): »Die Vielfalt des Schatzes ist ohne Vergleich ... Meisterwerke, zauberhaft, verspielt, verwirrend im Reichtum an Fantasie, in ihrer Eleganz und tänzerischen Schwerelosigkeit.« Von einem »Wunder« spricht auch Ulrike Knöfel (Der Spiegel) in Bezug auf die Wiedereröffnung des Gewölbes und erfreut sich an der »Rückkehr des barocken Prunks« - einem regelrechten städtischen »Veredelungsprogramm«. Beruhigt zeigt sich Dieter Bartetzko (FAZ), dass man in Dresden nicht »einer von Ehrfurcht und Ehrgeiz diktierten Wiederauferstehung erstickender Überfülle« begegnet, und sich dem Besucher dennoch »ein atemberaubendes Spektakel« offenbart, das »Nervenkitzel« und »Überwältigtsein« garantiere. Dieses Gefühl resultiert laut Johannes Wendland (FR) damals wie heute nicht zuletzt aus der dargebotenen Fülle und deren Aufstellung: »Die Sammlung ist in den Sälen so arrangiert, dass sich das einzelne Objekt, so herausragend es auch ist, dem Ensemble unterordnet. Überfluss als ästhetisches Prinzip - man könnte das in Szene gesetzte Gesamtkunstwerk auch Barock pur nennen.«
Hintergrund
Das Grüne Gewölbe
Zwischen 1723 und 1730 ließ sich August der Starke, sächsischer Kurfürst und König von Polen, von seinem Oberlandbaumeister Daniel Pöppelmann, der auch den Dresdner Zwinger errichtete, eine prächtige Schatzkammer in seinen Palast bauen, die schon bald nach ihrer Fertigstellung aufgrund ihrer glanzvollen Ausstattung und Gestaltung zum Mythos werden sollte. In ihr versammelte der prunkliebende Herrscher die Kunstgegenstände, Juwelen- und Schmuckartikel, die er selbst und seine Vorfahren seit der Renaissance nach Dresden gebracht hatten. Acht Säle umfasst diese »Wunderkammer«, die ihren Namen ihrer ursprünglichen malachitgrünen Wandfarbe verdankt. Bereits 1732 wurde sie zu einem öffentlichen Museum. Zahlreiche Kriege überstand die Schatzkammer unbeschadet, erst der Zweite Weltkrieg forderte sein Opfer. Bereits 1938 hatte man die Sammlung geschlossen, 1942 sämtliche Objekte ausgelagert. Nach Kriegsende wurden sie in die damalige Sowjetunion verschleppt, kehrten jedoch schon ab 1955 nach Dresden zurück. Dort waren sie lange Zeit im Albertinum ausgestellt, bis ein Großteil von ihnen 2004 zunächst in das Neue Grüne Gewölbe im Dresdner Schloss zurückkehrte.
Ähnliche Werke
Bereits am 30. Oktober 2005 ist in Dresden die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Frauenkirche eingeweiht worden. Mit dem »Grünen Gewölbe« ist somit binnen Jahresfrist ein weiterer barocker Prunkbau wiedererrichtet worden, der nicht nur einen Eindruck vom einstigen Glanz der Elbmetropole vermittelt. Für Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt stehen beide Projekte vielmehr »symbolisch für den geistigen und ideellen Wiederaufbau Sachsens«.



