25. August 2006 Ausgabe 34/2006 zurück blättern | Kurzüberblick | Inhalt | weiter blättern
Tanz

»Tanz im August«

Das 18. Internationale Tanzfest Berlin

Vom 17. August bis zum 02. September findet in Berlin der »Tanz im August« statt. Das »Internationale Tanzfest Berlin« präsentiert 24 Produktionen aus 15 Ländern, darunter 13 Deutschlandpremieren und eine Uraufführung. Das von der TanzWerkstatt Berlin und Hebbel am Ufer veranstaltete Festival ist die größte deutsche Tanzveranstaltung ihrer Art und bietet einen interessanten Einblick in aktuelle Tendenzen und Entwicklungen des internationalen zeitgenössischen Tanzes. Zu sehen sind neben hochkarätigen europäischen Stücken auch neue Arbeiten aus Afrika und Asien. Den 18. Geburtstag des Tanzfestes nutzen die Macher zugleich als Anlass zur Rückschau. Das diesjährige Programm wird von den Neubearbeitungen zweier herausragender Produktionen aus den 1990er Jahren umrahmt. Den Beginn macht Michèle Anne de Meys Choreografie »Sinfonia Eroica« zur Musik Ludwig van Beethovens, den Abschluss markiert Anne Teresa De Keersmaekers »Mozart«-Choreografie.

Geburtstag

»Es kann auch ein gutes Zeichen sein«, bemerkt Sylvia Staude (FR) anerkennend und erfreut, »wenn ein Festival zurückblickt, das sich eigentlich der Gegenwart und Zukunft einer Kunstform widmen sollte.« Der dem 18. Geburtstag - dem Erwachsenwerden des Festivals also - geschuldete Rückblick bedeute keineswegs, »dass es im Tanz nichts Neues zu entdecken gäbe. Vielmehr, dass die jüngste aller Künste, die sich in den vergangenen Jahrzehnten so rasant veränderte wie keine andere, in dieser Zeit neben viel Flüchtigem auch Bleibendes hervorgebracht hat, Impulse gebende, Maßstäbe setzende Werke. Es ist wichtig und richtig, dass der Tanz … auch seine jüngere Geschichte zugänglich macht.« Zu dieser hat »Tanz im August« laut Dirk Krampitz (WamS) einen stattlichen Beitrag geliefert: »Aus dem kleinen Festival, das es mal war, ist längst das größte Tanzfestival Deutschlands geworden«, das einige »Meilensteine auf dem Erfolgsweg« zahlreicher Choreografen erlebte. Das Festival habe - so Arnd Wesemann (SZ) - »eine lange Tradition, einem großen Publikum zu zeigen, was die Tanzwelt gerade unter Tanz versteht«, und demnach einen großen Einfluss auf die tänzerische Geschmacksbildung. Auch Katrin Bettina Müller (taz) betont die Leistungen des Festivals: »dass sich in der Infrastruktur des Tanzes einiges gebessert hat und seine Situation gerade in Berlin großen Verschiebungen unterliegt, ist nicht zuletzt auf den Einfluss dieses Festivals zurückzuführen. Die Energien, die seine Protagonisten all die Jahre in die Stadt getragen haben, trugen viel zur Anziehungskraft von Berlin auf die internationale Tanzszene bei ... Vor allem aber berechtigt das Programm ..., den Geburtstagsgedanken mit Sinn zu füllen, reflektiert doch ein Teil der Gastspiele die Geschichte des zeitgenössischen Tanzes auf ungewöhnliche Weise.« Alles in allem dürfte der »Tanz im August« 2006 ein »Rückblick [werden], der alles findet, was er für die Gegenwart braucht.«

Tanz

Die Gastspiele

Illustrer Kreis

Neben den Choreografinnen Michèle Anne de Mey und Anne Teresa De Keersmaeker werden zahlreiche weitere illustre Gäste zum Geburtstag des »Tanz im August« zugegen sein. Die Tänzerin Louise Lecavalier zum Beispiel, die in dem Solo »'I' IS MEMORY« ihre künstlerische Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellt. Oder die New Yorkerin Ann Liv Young, die zum ersten Mal in Berlin ist. In ihrem neuen Stück »SOLO« spielt sie auf Albert Camus' Lebensprinzip des Absurden an: Erfahrung ist möglich, Erlösung unwahrscheinlich.

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Workshop-Programm

Mitmachen

Traditionell finden parallel zu den Festival-Gastspielen zahlreiche Workshops statt. In diesem Jahr wird speziell jungen Choreografen und Tänzern die Möglichkeit gegeben, mit erfahrenen Profis über ihre Arbeit zu sprechen - eine Gelegenheit, das eigene Tun, eigene Ansätze und Arbeitsmethoden kritisch zu hinterfragen, die eigene Körpersprache zu definieren, Distanz zur eigenen Arbeit zu erhalten und reflektiert mit dem eigenen Kunstverständnis umzugehen.

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Rahmenprogramm

sommer.bar

Die sommer.bar im Podewils'schen Palais in Berlin-Mitte ist als Treffpunkt für Künstler und Publikum gedacht. Neben einem täglichen Late-Night-Programm - u.a. mit Konzerten von Mark Tompkins und Mårten Spångberg sowie einer Performance der Lone Twin - bietet der Infopoint des Festivals auch Speisen, Getränke, Massagen, einen Internet-HotSpot und sogar einen eigenen Pool.

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Veranstaltungsorte

Im Herzen der Stadt

Neben den drei Bühnen des Hebbel am Ufer gibt es eine Reihe weiterer Veranstaltungsorte für das diesjährige Programm: das Podewils'schen Palais, das Kino Arsenal, das Dock 11, das Haus der Berliner Festspiele, das Kulturkaufhaus Dussmann, die Schaubühne am Lehniner Platz, die Sophiensæle und die Tanzfabrik Berlin.

sr